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Regionalkonferenz Bautzen 2018 | Sachsen nachhaltig entwickeln!



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Bedingungen für ein gutes Leben und nachhaltiges Wirtschaften in Ostsachsen

Regionalkonferenz am 27. September 2018 | Kulturzentrum Steinhaus Bautzen

Diskussionsrunde mit Alexander Ahrens, Stefan Skora, Ralf Elsässer, Bernd Delakowitz, Wolfgang Zettwitz, Jörg Röglin, Felix Sühlmann-Faul und Sabine HeymannDiskussionsrunde mit Alexander Ahrens, Stefan Skora, Ralf Elsässer, Bernd Delakowitz, Wolfgang Zettwitz, Jörg Röglin, Felix Sühlmann-Faul und Sabine Heymann

Wie kann die nachhaltige Entwicklung in Ostsachsen wirksam gefördert werden? Zu dieser Frage fand am 27. September 2018 in Bautzen eine Regionalkonferenz aus der Reihe "Sachsen nachhaltig entwickeln" in Kooperation mit dem Oberzentralen Städteverbund Bautzen - Görlitz - Hoyerswerda statt.

Stefan Skora, Oberbürgermeister der Stadt HoyerswerdaStefan Skora, Oberbürgermeister der Stadt Hoyerswerda

Stellvertretend für den Oberzentralen Städteverbund führte der Oberbürgermeister der Stadt Hoyerswerda, Stefan Skora, in die Tagung ein. Er stellte die aktuellen Schwerpunktprojekte des Städteverbundes vor und erläuterte, wie die Zusammenarbeit der drei Städte in der Region in den letzten Zeit gewachsen ist. Er betonte dabei, dass es besonders wichtig sei, positiv über die Chancen und Stärken der Region zu kommunizieren.

Markus Will, Hochschule Zittau/GörlitzMarkus Will, Hochschule Zittau/Görlitz

Prof. Dr. Bernd Delakowitz, Hochschule Zittau/Görlitz
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Prof. Dr. Bernd Delakowitz, Hochschule Zittau/Görlitz

In einem Doppelvortrag führte zuerst Markus Will von der Hochschule Zittau/Görlitz in die aktuelle Entwicklung des Verständnisses von nachhaltiger Entwicklung ein. Er regte an, nicht feste Ziel- und Indikatorensysteme vorzugeben, sondern die gesellschaftliche Entwicklung an Leitplanken zu orientieren und das reale Handeln danach zu bewerten und auszurichten.
Anschließend zeigte Prof. Dr. Bernd Delakowitz anhand verschiedener Projekte, wie die Hochschule selbst sich als Organisation den Herausforderungen des Nachhaltigkeitsmanagements stellt. Hierzu wendet sie das Baukastensystem "Nachhaltiger Campus" an. Darüber hinaus ist sie in überregionalen Forschungsverbünden, wie dem Baltic University Programme oder gemeinsam mit neun weiteren Universitäten und Hochschulen in Deutschland im nationalen Verbundprojekt HochN tätig.

Felix Sühlmann-FaulFelix Sühlmann-Faul

Felix Sühlmann-Faul führte anschließend Chancen und Risiken der Digitalisierung vor Augen. Er wies auf den oft unbemerkten hohen Energieverbrauch bestimmter digitaler Anwendungen wie beispielsweise dem Streamen von Filmen hin. Demgegenüber stehen Potenziale der Entmaterialisierung der Wertschöpfung. Er zeigte aber auf, dass die Steigerung technischer Möglichkeiten, inbesondere der Geschindigkeit der Datenübertragung zu einer extremen Zunahme von Datenverkehr und damit einem steigenden Ressourcenverbrauch geführt hat. Er forderte auch eine stärkere Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Herstellung technischer Geräte.

Diskussion mit Alexander  Ahrens, Stefan Skora, Ralf Elsässer (Moderation), Wolfgang Zettwitz, Jörg Röglin und Sabine Heymann (Moderation) (v.l.n.r.)Diskussion mit Alexander Ahrens, Stefan Skora, Ralf Elsässer (Moderation), Wolfgang Zettwitz, Jörg Röglin und Sabine Heymann (Moderation) (v.l.n.r.)

In der anschließenden Diskussionsrunde wurden die Einstiegsvorträge miteinander verknüpft. Dabei hob Alexander Ahrens, Oberbürgermeister der Stadt Bautzen, hervor, wie gut die Zusammenarbeit der Städte im Oberzentralen Städteverbund bereits funktioniere, beispielweise bei der Abstimmung zur Ansiedlung von Unternehmen in der Region.
Oberbürgermeister Jörg Röglin aus Wurzen berichtete von seinen Erfahrungen aus der interkommunalen Kooperation im Wurzner Land und zeigte auf, dass dieses Prinzip auch in kleineren Strukturen erfolgreich ist.
Dringenden Handlungsbedarf mahnte Alexander Ahrens beim Ausbau des Schienenverkehrs an. So müsse die Bahnstrecke Dresden - Görlitz elektrifiziert und an das schnelle Fernbahnnetz in Europa angebunden werden. Auch eine S-Bahn-Verbindung Dresden- Hoyerswerda würde der Region sehr helfen.
Den Strukturwandel, den der erforderliche Ausstieg aus der Braunkohlenförderung notwendig macht, sehen die Oberbürgermeister der Region mit Sorge und fordern die Erarbeitung tragfähiger Strukturwandelkonzepte vor dem Festlegen von Ausstiegsdaten.

Zusammenfassung der Workshops


Gutes Leben - gutes Wohnen - Potenziale und Herausforderungen in Stadt und Land


Den Schwerpunkt der Diskussion bildete die Schaffung attraktiver Bedingungen für junge Erwachsene und Familien, um sie in der Region zu halten bzw. neu oder wieder als Bewohner zu gewinnen. Dafür sind mehr individuelle Wohnungsangebote erforderlich, die auch Spielraum für die eigene Ausgestaltung lassen. Potenziale hierfür liegen in noch vorhandener un- oder teilsanierter Bausubstanz. Der Austausch von guten Beispielen kann hierbei neue Projekte anregen.
Dies muss ergänzt werden durch eine ausreichende soziale Infrastruktur und eine bessere Vekehrsanbindung. Durch ein aktiveres Regionalmarketing sollten die Stärken der Region wirksamer nach außen kommuniziert werden.

Abgehängt oder mittendrin - Erreichbarkeit und Mobilität in Ostsachsen


Hans-Jürgen Pfeiffer, Geschäftsführer vom Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien
berichtete, dass es in den letzten Jahren einen Rückzug des Fernverkehrs aus der Region gegeben hat, der teilweise mit Finanzmitteln aus dem Regionalverkehr kompensiert werden musste. Die Erschließung in der Fläche folgt vorrangig dem Bedarf des Schülerverkehrs. Um die Situation wieder zu verbessern, ist die Schaffung eines Plus-Bus-Netzes vorgesehen, das die Städte der Region im Stundentakt verknüpft. Weitere sinnvolle Maßnahmen wären beispielsweise die Einführung eines einfacheren sachsenweiten Tarifsystems, der Ausbau guter Umsteigemöglichkeiten von Auto bzw. Fahrrad zum öffentlichen Verkehr sowie die digitale Einbindung von Fahrkapazitäten von Dritten (z.B. von gemeinnützigen Vereinen).
Die wichtigsten Forderungen aus der Runde waren die Verbesserung der Finanzierung öffentlicher Mobilitätsangebote durch das Land sowie die Elektrifizierung der Strecke Dresden – Görlitz.

Die Region in Wert setzen - Chancen regionaler Marken und Vermarktung


 
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