Sachsen nachhaltig entwickeln!

Fachlich-politische Plattform zu Praxisbeispielen und Strategien [www.Sachsen-Nachhaltig.de]



Workshop: Nachhaltige Entwicklung von und durch Unternehmen - durch welche Rahmenbedingungen können Ansätze verstärkt werden?


Workshop: Kreative Köpfe gewinnen und binden - Ideen zur Fachkräftesicherung durch neue Lösungsansätze


Workshop: Bildung neu denken - Kompetenzentwicklung für ein "Gutes Leben"


 


Regionalkonferenz Zwickau 2018 | Sachsen nachhaltig entwickeln!



Global vernetzt – lokal verwurzelt



Bedingungen für ein gutes Leben und nachhaltiges Wirtschaften in Westsachsen

Regionalkonferenz am 18. September 2018 | Westsächsische Hochschule Zwickau

Unter dem Titel "Global vernetzt - lokal verwurzelt" diskutierten am 18. September 2018 in der Westsächsischen Hochschule Zwickau verschiedene Akteure aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik Bedingungen für ein gutes Leben und nachhaltiges Wirtschaften in Westsachsen. Die speziellen Themenschwerpunkte dabei waren nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Fachkräftesicherung im ländlichen Raum sowie Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) im Rahmen des sächsischen Bildungssystems.

Die Rektorin der Westsächsischen Hochschule Zwickau

Hui-Fang Chiao

eröffnete die Konferenz mit einem Grußwort. Sie verband die Bedeutung von Hochschulstandorten in der Region mit dem Thema nachhaltiges Wirtschaften und Fachkräftesicherung. Es müsse das Ziel sein, die Lebensqualität für junge Menschen in der Region Zwickau so zu steigern, dass sie nach ihrer Ausbildung in der Region bleiben würden.

Nachhaltige Entwicklung von und durch Unternehmen – ein Megatrend oder noch Zukunftsmusik?


Prof. Dr. Uta Kirschten
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Prof. Dr. Uta Kirschten

Prof. Dr. Uta Kirschten von der Westsächsischen Hochschule Zwickau zeigte in ihrem Vortrag verschiedene Aspekte für nachhaltige Unternehmensstrategien auf und erläuterte zu zunehmende Rolle von Nachhaltigkeitsmanagement und -berichterstattung durch die Unternehmen. Sie stellte fest, dass die Sensibilisierung der Unternehmen in Deutschland allgemein deutlich zugenommen habe. Demgegenüber bestehe bei Unternehmen in Sachsen noch Nachholebedarf.

Die Teilnehmer des Workshops arbeiteten heraus, dass alle Kosten in den Produktpreisen enthalten sein müsssten, um nachhaltiges Wirtschaften auch marktgerecht abbilden zu können. Da dies in absehbarer Zeit nicht erwartet werden kann, müssten lokale Möglichkeiten der Marktsteuerung stärker ergriffen werden. Die Kommunen als "große Verbraucher" sollten hierbei vorangehen und nachhaltiger beschaffen. Durch das Einkalkulieren von Folgekosten und -risiken können nachhaltigere Angebote auch die wirtschaftlicheren sein.
Daneben sollten Unternehmen dabei unterstützt werden, die Nachhaltigkeitsaspekte ihrer Angebote besser zu kommunizieren. Aber auch sie sollten bei ihren Lieferanten und Vorproduzenten die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien und -standards konsequenter einfordern.

Kreative Lösungen für Kreative Köpfe – Ansatzpunkte zum Gewinnen und Halten von Fachkräften


Matthias Lißke
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Matthias Lißke

Matthias Lißke von der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH stellt in seinem Vortrag anschaulich dar, welche demografischen Herausforderungen sich in den letzten Jahren in der Region entwickelt haben. Dem steuert die Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH mit einem Bündel von Maßnahmen strategisch entgegen. Hierzu gehören Maßnahmen der direkten Fachkräftesicherung (Fachkräfteportal im Internet, strategische Mitarbeiterbindung), der Rückgewinnung von Fachkräften (Pendleraktionstag), Nutzung von Zuwanderung (Welcome Center) aber auch Nachwuchsgewinnung in den Schulen und kreative Aktionen des Standortmarketings.

Im folgenden Workshop wurde auf die Bedeutung von freien und interessanten Räumen für die Gewinnung kreativer Menschen hingewiesen. Solche Orte sollten identifiziert, gesichert und beworben werden.
In der Kommunikation gegenüber jungen Leuten in der Region sollten die vorhandenen Qualitäten der Region für eine gutes Leben stärker verdeutlicht und der Wert von qualifizierter Facharbeit gestärkt werden.

Für die Arbeit vor Ort wünschten sich die Vertreter der Kommunen besonders mehr freien Gestaltungsspielraum durch flexiblere Budgets und eine Reduzierung bürokratischer Anforderungen. Daneben sollte die fachübergreifende Zusammenarbeit in der Region verbessert werden.

Bildung neu denken - Herausforderungen des sächsischen Bildungssystems als Chance nutzen


Kathrin Uhlemann
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Kathrin Uhlemann

Kathrin Uhlemann von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt stellte in ihrem Vortrag die Erarbeitung einer Landesstrategie zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) dar. Hierbei werden für alle Bildungsbereiche in Sachsen (frühkindliche Bildung, allgemeinbildende Schule, berufliche Bildung, Hochschulbildung sowie Non-formale Bildung und informelles Lernen) Ziele und Maßnahmen beschrieben. Das grundlegende Ziel besteht darin, die Prinzipien einer BNE in allen Einrichtungen in den Lehr- und Lernalltag zu integrieren. Auch die Kommunen werden angeregt in ihrem Verantwortungsbereich eine strukturelle Verankerung von BNE zu fördern.
Der Prozess der Strategieerarbeitung war durch eine intensive Mitwirkung unterschiedlicher Akteure in der sächsischen Bildungslandschaft, darunter auch vieler zivilgesellschaftlicher Akteure geprägt. Frau Uhlemann verwies in diesem Zusammenhang auf eine zum Zeitpunkt der Konferenz laufende Möglichkeit zur Onlinebeteiligung am Entwurf der Strategie.

Im Workshop wurden die grundlegenden Ziele der Strategie durch die Teilnehmenden bestätigt. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit der Integration von BNE in die Aus- und Weiterbildung von Pädagogen. Auch die Schaffung nachhaltiger Lernorte wurde angeregt. Hier sollte seitens des Landes eine fachliche Unterstützung durch Beratung (z.B. durch Kompetenzzentren) sowie die Flexibilisierung vorhandener finanzieller Unterstützungen verbessert werden.

Austausch und VernetzungAustausch und Vernetzung

In der Pause gab es Gelegenheit zur Vernetzung und zahlreicher individueller Gespäche.

In der sich anschließenden

Diskussionsrunde

konnten die in den Workshops erarbeiteten Anregungen mit Mitgliedern des Landtags und des Landkreis Zwickau besprochen werden. Grundlegende Empfehlungen, wie
  1. die Schaffung von mehr flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten auf der kommunalen Ebene,
  2. eine wirksamere Integration von BNE in die Bildungspraxis sowie
  3. die Unterstützung von fachübergreifenden Strategien zum Gewinnen und Halten von kreativen und gut ausgebildeten Menschen
wurden dabei an die Ebene der Landespolitik adressiert. Durch den Landesverband Nachhaltiges Sachsen wurde eine Unterstützung der Zusammenarbeit und des Austausches von Anregungen zwischen Unternehmen, Kommunen und Akteuren aus der Zivilgesellschaft zugesagt.

Diskutiert haben:
  1. Kerstin Nicolaus, MdL (CDU)
  2. Jörg Vieweg, MdL (SPD)
  3. Carsten Michaelis (Landkreis Zwickau, 2. Beigeordneter)
  4. Ralf Elsässer (Landesverband Nachhaltiges Sachsen e.V.)
Moderation: Dr. Sabine Heymann (LE-Regio)

v.l.: Ralf Elsässer, Sabine Heymann, Carsten Michaelis, Kerstin Nicolaus, Jörg Viewegv.l.: Ralf Elsässer, Sabine Heymann, Carsten Michaelis, Kerstin Nicolaus, Jörg Vieweg
 
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