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Regionalveranstaltungen Leipzig | Sachsen nachhaltig entwickeln!



Die Region Leipzig verantwortlich gestalten


Regionalkongress am 14.11.16 in Leipzig

Am 14. November 2016 kamen zur Regionalkonferenz "Die Region Leipzig verantwortlich gestalten" VertreterInnen von Kommunalverwaltungen, Vereinen, Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen aus der Region Leipzig im Mediencampus Villa Ida zusammen und tauschten sich über aktuelle Herausforderungen zur Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung der Region aus. Schwerpunktthemen waren dabei
  • die Regionalentwicklung in der Zusammenarbeit von Stadt und Region
  • die regionale Produktion und Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten
  • die Weiterentwicklung von Bürgebeteiligung bei der Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels

Annette Turmann (SKEW)
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Annette Turmann (SKEW)

Annette Turmann von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW)  von Engagement Global erläuterte die Bedeutung der Sustainable Development Goals (SDG´s) und stellte verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten der SKEW für die Kommunen in der Region vor.

Stefan Heinig, Leiter der Abteilung Stadtentwicklungsplanung der Stadt Leipzig
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Stefan Heinig, Leiter der Abteilung Stadtentwicklungsplanung der Stadt Leipzig

Stefan Heinig, Leiter der Abteilung Stadtentwicklungsplanung der Stadt Leipzig erläuterte, wie Leipzig das anhaltende starke Bevölkerungs-wachstum nachhaltig gestalten und dabei auch die Zusammenarbeit mit den Kommunen in der Region verstärken will, zum Beispiel bei der Wohnbau- und Gewerbeflächenentwicklung. Leipzig prognostiziert eine wahrscheinliche Einwohnerzahl im Jahr 2030 von 720.000 Einwohnern (heute rund 570.000). Die konzeptionelle Grundlage hierfür bildet das integrierte Stadtentwicklungs-konzept (INSEK), das derzeit gerade grundlegend überarbeitet wird.

Oliver Fritzsche, MdL (links), Ralf Elsässer, Moderator (rechts)
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Oliver Fritzsche, MdL (links), Ralf Elsässer, Moderator (rechts)

Oliver Fritzsche, MdL (CDU) verweist auf die großen kleinräumigen Unterschiede der Entwicklung in der Region und den Landesentwicklungsplan, der die Raumnutzungsansprüche frühzeitig, flexibel und zukunftsorientiert regelt. Ein wichtiges Instrument des Entwicklungs-ausgleichs zwischen Wachtumskernen und Schrumpfungsregionen sei ein leistungsfähiger und flächendeckender ÖPNV.

Gerd Winkler, Förderverein Landschaftsverband Mittleres Muldegebiet e.V.
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Gerd Winkler, Förderverein Landschaftsverband Mittleres Muldegebiet e.V.
Gerd Winkler vom Förderverein Landschaftsverband Mittleres Muldegebiet e. V.  berichtet über den engen Zusammenhang zwischen nachhaltigem Grundwasserschutz und verantwortlicher Landwirtschaft. In den Trinkwasserschutzgebieten der Muldentalregion wird seit vielen Jahr ökologischer Landbau betrieben. Ergänzt werden die Schutzmaßnahmen durch gezielte Aufforstungen.

Dr. Sabine Heymann, Moderatorin (links), Hartmut Müller, Landwirt (rechts)
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Dr. Sabine Heymann, Moderatorin (links), Hartmut Müller, Landwirt (rechts)

Hartmut Müller vom Biolandbetrieb "Hundertmorgenland"  illustriert anschaulich sein Engagement. Er produziert nicht nur Lebensmittel nach den Kriterien des ökologischen Landbaus, sondern vermarktet seine eigenen und Produkte anderer Erzeuger aus der Region direkt an über 500 Kunden in der Stadt Leipzig und auf Wochenmärkten. Zudem stellt er die zentrale Bedeutung von Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung in den Vordergrund und berichtet von eigenen Bildungsformaten an Schulen, Kitas und auf dem Hof.

Arbeitsgruppen zu Einzelthemen
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Arbeitsgruppen zu Einzelthemen

In Arbeitsgruppen disktutierten die Teilnehmenden zu den aktuellen Herausforderungen und praktischen Ansatzpunkten in den Themenfeldern Regionalentwicklung, regionale Landwirtschaft und Vermarktung sowie Bürgerbeteiligung.


In der Gruppe Nachhaltige Landwirtschaft diskutierten die Teilnehmenden Ideen, um regional produzierte Lebensmittel an den Kunden zu bringen, so z.B. den Einbezug regionaler Supermärkte über ein Hofladen-Konzept. Auch die Ansprache und Sensibilisierung von Agrargenossenschaften, die Förderung einer stabilen Verbrauchergemeinschaft für den Raum Leipzig sowie die Etablierung eines Samstagsmarkts wurden als wichtige Bausteine genannt.
Auch kommunale Handlungsspielräume müssen aktiviert werden: so ermöglicht z.B. die gelenkte Vergabe von Boden an naturnah wirtschaftende Landnutzer mehr Ökolandbau und die Ansiedlung von Gärtnereien. Auch die gezielte Gründungs- und Wirtschaftsförderung von Green Economy für nachhaltige Startups durch den Freistaat kann regionale Vertriebsstrukturen positiv beeinflussen sowie die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle für Erzeuger.

Als zentrale Herausforderung wurde im Workshop zu Nachhaltiger Regionalentwicklung die Vereinbarung von Wachstum und Schrumpfung formuliert. Die Teilnehmenden nannten als Instrument einer stabilen Regionalentwicklung vor allem die Förderung von Mobilität, dabei insbesondere der Netze des Schienenverkehrs und seiner Verknüpfung mit Busangeboten, und die Vernetzung auch abseits der Achsen, um Mittelzentren zu stärken und Wohnflächen außerhalb der Städte attraktiv zu machen. Zudem sollten die Chancen der E-Mobilität verstärkt genutzt werden. Kulturell oder wirtschaftlich innovative Leuchttürme auf dem Land gilt es zu fördern. Um dem Wachstum in den Städten zu begegnen, müssen innovative Flächennutzungsstrategien z.B. durch vertikale Grünflächen etabliert werden und der Flächenverbrauch gesenkt werden, um auch Frei-, Grün- und Brachflächen zu erhalten.

Im Workshop zum Thema Bürgerbeteiligung wurde die Komplexität von Themenstellungen, ein mangelndes Zugehörigkeitsgefühl und Strukturen der repräsentativen Demokratie als Hemmnisse für erfolgreiche Bürgerbeteiligung identifiziert. Daher sollte der Zugang zu Bürgerbeteiligung durch gezielte Information und die Integration von Beteiligungs-Formaten in den Alltag vereinfacht sowie die Verwaltung für Prozesse der Bürgerbeteiligung geöffnet werden. Es gilt Instrumente der Beteiligung immer wieder zu prüfen, um das Demokratieverständnis bei allen Bevölkerungsgruppen und Teilhabe zu stärken.

Abschließende Diskussionrunde mit Berichten aus den ArbeitsgruppenAbschließende Diskussionrunde mit Berichten aus den Arbeitsgruppen

 
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