Sachsen nachhaltig entwickeln!

Fachlich-politische Plattform zu Praxisbeispielen und Strategien [www.Sachsen-Nachhaltig.de]



Workshop Erneuerbare Energien und Elektromobilität – Notwendigkeit und Perspektiven


Workshop Anforderungen für eine umweltgerechte, multimodale Mobilität in der Fläche


Workshop Tank oder Teller – Konkurrenzen in der Landnutzung


Workshop Bürgerschaftliches Engagement als Basis einer nachhaltigen Entwicklung stärken


 


Nachhaligkeitskonferenz Freiberg 2017 | Sachsen nachhaltig entwickeln!



Zukunft gestalten - engagiert, mobil, global gerecht


Regionalkonferenz am 19. September 2017 in Freiberg



René Otparlik, Vorsitzender der Freiberger Agenda 21 e.V.
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René Otparlik, Vorsitzender der Freiberger Agenda 21 e.V.

Als Mitveranstalter des Kongresses hat René Otparlik, der Vorsitzende der Freiberger Agenda 21 e.V. die Veranstaltung eröffnet. Er erläuterte in seiner Begrüßung die thematische Schwerpunktsetzung und äußerte die Erwartung, Impulse und Unterstützung für die Arbeit vor Ort zu erhalten.

Holger Reuter, Stadt Freiberg, Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bauswesen
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Holger Reuter, Stadt Freiberg, Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bauswesen

Holger Reuter, Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bauswesen, sprach ein Grußwort für die Stadt Freiberg. Er verwies auf die lange Tradition für das Leitbild der Nachhaltigkeit durch Hans-Carl von Carlowitz, der in Freiberg wirkte. Bezogen auf die Konferenz gab Herr Reuter der Hoffnung Ausdruck, dass technologische Innovationen, etwa im Bereich der Elektromobilität, auch für Freiberg wieder wirtschaftliche Entwicklungsimpulse geben können.

Henryk Gutt, Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Referent
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Henryk Gutt, Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Referent

Henryk Gutt vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft erläuterte den Stand der Fortschreibung der Sächsischen Nachhaltigkeitsstrategie und signalisierte großes Interesse an den Ergebnissen der Konferenzreihe für die Berücksichtigung beim Fortschreibungsprozess.

Martin Reiner, SAENA
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Martin Reiner, SAENA

Im Workshop Erneuerbare Energien und Elektromobilität – Notwendigkeit und Perspektiven machte Martin Reiner (SAENA) deutlich, dass die Begrenzung der globalen Kohlendioxidemissionen nicht dadurch eintritt, dass fossile Rohstoffe zur Neige gehen, sondern dass ein Großteil der weltweit vorhandenen Ressourcen unangetastet bleiben muss. Rund 30% des Energieverbrauches in Deutschland findet derzeit im Verkehrssektor statt.Vor diesem Hintergrund muss der Ausbau der Elektromobilität auf der Basis von regenerativ erzeugtem Strom höhere Priorität erhalten. Die Energiegewinnung über Photovoltaik ist dabei wesentlich flächensparender als die Energieproduktion über Pflanzen (für die Produktion der gleichen Energie benötigt Photovoltaik 1ha und Raps ca. 100 ha).

Julia Leuterer, Lokale Agenda 21 für Dresden e.V.
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Julia Leuterer, Lokale Agenda 21 für Dresden e.V.

Haupthemnisse für einen stärkeren Ausbau sind die begrenzte Reichweite der Fahrzeuge sowie das die nicht ausreichende Ladeinfrastruktur. In der Diskussion forderten die Teilnehmer daher, die Forschung für eine leistungsfähigere Energiespeicherung und eine nutzerfreundliche Ladeinfrastruktur zu verstärken.
Dennoch bleiben auch Nachteile bestehen, insbesondere der hohe Material- und Energiebedarf erfordert auch bei einem Umstieg auf Elektromobilität grundlegende Veränderungen in der Verkehrspolitik. Es bleibt eine Mobilitätsstrategie erforderlich, die stärker auf das Teilen der Nutzung von Fahrzeugen setzt (Carsharing, E-Bikesharing, Mitfahrsysteme).

Thorsten Müller, Geschäftsführer vom Verkehrsverbund Vogtland e.V.
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Thorsten Müller, Geschäftsführer vom Verkehrsverbund Vogtland e.V.

Herr Müller stellte in seinem Impulsreferat für den Workshop Anforderungen für eine umweltgerechte, multimodale Mobilität in der Fläche die wesentliche Rolle des öffentlichen Verkehrs als tragende Säule des Umweltverbundes dar. Dabei beginnt die Qualität des Gesamtangebotes einer Region mit ihrer überregionalen Anbindung. Hier wies Herr Müller auf große Defizite in weiten Teilen Sachsens außerhalb der Achse Leipzig – Dresden hin. Daneben müsse die Fahrzeugflotte modernisiert und konsequent auf elektrische Antriebe umgestellt werden.
Mit besonderem Interesse nahmen die Teilnehmenden das Projekt „Bürgerbus“ zur Kenntnis. Hier werden erschließende Buslinien an mehreren Tagen pro Woche durch ehrenamtliche Busfahrer betrieben. Diese Busse fahren dann mehrmals pro Tag und sind an den Takt der Hauptlinien angebunden. So wird auch weniger mobilen Menschen im ländlichen Raum deutlich mehr Mobilität ermöglicht.
Daneben wies Herr Müller auf die Bedeutung gut gestalteter Schnittstellen zwischen den Mobilitätsarten, einen integrierten Taktfahrplan, den bequemen Fahrscheinerwerb, gute Fahrgastinformation und Kommunikationsarbeit hin.

Ralf Elsässer, Büro CivixX
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Ralf Elsässer, Büro CivixX
Aus Sicht der Teilnehmenden muss dieses MIV-unabhängige Gesamtangebot vor allem sicher und verlässlich sein. Dies kann nur durch ein solides Grundgerüst des öffentlichen Verkehrs abgedeckt werden.
Ehrenamtliche Ergänzungssysteme sind interessant für Bereiche, wo kein öffentlicher Verkehr wirtschaftlich darstellbar ist, sie dürfen jedoch nicht zum Abbau professionell betriebener Linien führen.
Für wenig befahrene Linie außerhalb des Schülerverkehrs wurde es als wichtiger angesehen, diese mehrmals pro Tag zu bedienen und dann lieber auf ganze Tage zu verzichten, als jeden Tag ein unzureichendes Angebot zu finanzieren. Dabei sollte es zu einer gut vertakteten Verknüpfung von Schnellbussen und dem flächenerschließenden Verkehr kommen.
In den Relationen zwischen den Großstädten und kleineren Städten im Umland müssen die Pendelerverkehre attraktiver gestaltet werden, insbesondere durch eine Erhöhung der Taktfrequenzen.

Yvonne Kern, Kreisbauernverband Borna-Geithain-Leipzig e.V. <br>
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Yvonne Kern, Kreisbauernverband Borna-Geithain-Leipzig e.V.

Beim Workshop Tank oder Teller – Konkurrenzen in der Landnutzung erläuterte Yvonne Kern vom Kreisbauernverband Borna-Geithain-Leipzig e.V. welchen Herausforderungen die Landwirtschaft in Sachsen gegenüber steht. Tagtäglich wird der Landwirtschaft für den Bau von Verkehrsflächen direkt und indirekt Fläche entzogen, d.h. durch den Bau selbst sowie durch den erforderlichen naturfachlichen Ausgleich. Es fehlt zu sehr das Bewusstsein, nicht nur in Sachsen, dass das Wegwerfen von Lebensmitteln von Produzenten, Handel und Verbraucher minimiert wird. Hierin läge auch die Chance den Umstieg auf biologischen, regionalen Anbau des Bedarfes vor Ort zu stärken.
Letztlich muss sich Förderung stärker am Beitrag der Landwirtschaft für die Vielfalt der Produkte und des Landschaftsbildes ausrichten. Dabei ist die Landwirtschaft vor weiteren Flächenreduzierungen zu schützen. Es sollte nicht Tank oder Teller heißen! Erst der Teller dann der Tank, wenn es nachhaltig sein soll.

Claudia Dathe, Bürgerstiftung Jena
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Claudia Dathe, Bürgerstiftung Jena

Zum Workshop Bürgerschaftliches Engagement als Basis einer nachhaltigen Entwicklung stärken stellte Claudia Dathe von der Bürgerstiftung Jena in ihrem Impuls dar, dass sowohl das bürgerschaftliche Engagement wie auch der gesellschaftliche Zusammenhalt im Osten Deutschlands geringer ausgeprägt sind als im Durchschnitt. Demzufolge sei es wichtig, eine Beziehungskultur in der Gesellschaft aufzubauen sowie das Engagement an sich wertzuschätzen und anzuerkennen.
Als Möglichkeiten wurden anhand von Beispielen u.a. die ehrenamtliche Tätigkeit von Unternehmen für Vereine oder auch Crowdfunding-Kampagnen zur Aktivierung heraus gestellt.
Im Vortrag wurden Gelingensbedingungen bei der Anregung bürgerschaftlichen Engagements wie auch hindernde Faktoren benannt.
In der Diskussion wurde ausgehend von der persönlichen Situation engagierter Teilnehmer deutlich, dass sich öffentliche Stellen viel mehr auf das dort vorhandene Wissen und Potenzial beziehen sollten. Bürgerschaftliches Engagement wurde in der Arbeitsgruppe als ein wichtiges Element gelebter Demokratie beschrieben: Demokratie lebt vom Engagement, Engagement fördert die lokale Demokratie. - Auch vor diesem Hintergrund sollte mehr bürgerschaftliches Engagement angeregt werden.
Innovative Beteiligungsmöglichkeiten an Planungen wurden als gute Möglichkeit gesehen, Zielgruppen anzusprechen.
 
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